|
Geschichte I Sonja Oberem und Melanie Kraus viermalige Siegerinnen – Drei Erfolge für Herle, Fleschen und Koch
Die erfolgreichsten Läuferinnen beim Straßenlauf-Klassiker „Rund um das Bayer-Kreuz“, der sich seit Jahren größter Beliebtheit erfreut und aus dem Terminkalender nicht mehr wegzudenken ist, kommen aus Leverkusen. Sonja Oberem, die auf eine beeindruckende Serie von Top-Platzierungen bei internationalen Marathonläufen verweisen kann (1995 WM-Achte in Göteborg, 1996 Olympia-Achte in Atlanta, 1997 WM-Siebte in Athen, 1998 EM-Neunte in Budapest, 1999 WM-Sechste in Sevilla, 2001 WM-Fünfte in Edmonton und 2002 EM-Dritte in München) sowie Melanie Kraus gewannen das Rennen rund um den Carl-Duisberg-Park jeweils vier Mal. Oberem zwischen 1995 und 2002, davon zwischen 2000 und 2002 drei Mal in Folge. Kraus zwischen 1998 und 2008, davon zwischen 2006 und 2008 ebenfalls drei Mal in Serie.
Der erste Triumph gelang Oberem am 12. März 1995, als sie sich – noch unter ihrem Mädchennamen Krolik – mit einem Vorsprung von fast zweieinhalb Minuten durchsetzte. In einem Rennen fast allein gegen die Uhr beeindruckte die Bayer-04-Läuferin mit der glänzenden Siegerzeit von 32:49 Minuten. Das war ein Streckenrekord, der fünf Jahre Bestand hatte. Bei ihrem zweiten Erfolg zu Beginn des neuen Jahrhunderts gelang es Sonja Oberem, ihre eigene Bestmarke nochmals zu verbessern und zwar um weitere 20 Sekunden, auf nun 32:29 Minuten. Diese Zeit sollte ganze neun Jahre in der Statistik bestehen, ehe Susanne Ritter (SV schlau.com Saar 05) den Wert bei der 28. Auflage um eine Sekunde auf 32:28 Minuten drückte.
Apropos Streckenrekorde: Nicht nur in der Frauen-, sondern auch in der Männerklasse steht die Bestmarke auf einem sehr hohen Niveau. Fünf Läufer unterboten bisher die 29 Minuten, einige mehrmals. Das hochklassigste Rennen gab es am 11. März 1984. Damals lieferten sich die mehrmaligen deutschen Langstreckenmeister Karl Fleschen und Christof Herle ein tolles Duell. Nach einem Kampf auf Biegen und Brechen setzte sich der Lokalmatador Fleschen in ausgezeichneten 28:36,7 Minuten vor seinem Konkurrenten (28:43,0 min) durch. Ein Jahr später steigerte Herle als Sieger die Bestmarke auf 28:24,1 Minuten. Eine Rekordzeit, die auch heute noch Bestand hat. Selbst so exzellente Läufer wie der 5000-Meter-Olympiadritte von 1976, Klaus-Peter Hildebrandt, und der 5000-Meter-Olympiasieger von 1992, Dieter Baumann, bissen sich an ihr die Zähne aus. Baumann, der 1999 erfolgreich war, musste sich mit einer Siegerzeit von genau 29 Minuten zufrieden geben. Im Übrigen: Beim Leverkusener Straßenlauf-Klassiker, der zwischen 1991 und 1994 aus organisatorischen Gründen nicht ausgetragen wurde, erwiesen sich Karl Fleschen und Christof Herle nicht nur als schnellste Läufer, sondern trugen sich auch je drei Mal in die Siegerliste ein. Davon zwei Mal in Reihenfolge (1983 und 1984 – Fleschen, beziehungsweise 1985 und 1986 – Herle). Seit 2009 darf sich zudem Stefan Koch (LG Braunschweig) in die Reihen der Dreifachsieger eintragen. Auch er war wie Fleschen und Herle zweimal in Folge (2006 und 2007) siegreich. Besonders erfreulich ist, dass es bei den bisherigen 27 Rennen bei den Frauen schon elf und bei den Männern schon zehn erste Plätze für den ausrichtenden Klub TSV Bayer 04 Leverkusen gab. Bei der traditionsreichen Veranstaltung, die von Manfred Dachrodt und seinem Mitarbeiterstab aus der Taufe gehoben und erstmals am 12. März 1978 ausgetragen wurde, konnte sich schon im ersten Jahr der damals für TuS 04 Leverkusen laufende Kevin Hodsman als Sieger feiern lassen. Die erste Bayer-04-Läuferin, die auf dem höchsten Siegertreppchen stand, war zwei Jahre später Helga Maletz. Ausländische Sieger gab es bisher sechs bei den Männern und drei bei den Frauen, wobei Kenia hier die dominierende Nation mit vier Männer-Erfolgen (2003, 2002, 1998 und 1997) sowie drei Frauen-Siegen (2004, 2003 und 1997) ist. Einmal gewann ein Schweizer Läufer (2005), einmal ein Belgier (1988).
(Stand nach der 28. Austragung 2009)
|