Datum: 16.05.2017 - Vorschau

Konstanze Klosterhalfen hat nächsten Rekord im Visier

Konstanze Klosterhalfen unternimmt am Freitag (19. Mai) in Karlsruhe über 5.000 Meter einen Angriff auf die deutsche U23-Bestleistung, die seit 1989 bei 14:59,01 Minuten steht und von der EM-Zweiten, WM-Dritten und Olympia-Vierten Kathrin Ullrich aus Berlin gehalten wird. Sarah Schmidt und Robin Schembera treten erstmals in der noch jungen Saison über 800 Meter an. Ein Großteil der DLV-Elite ist am Start.

Konstanze Klosterhalfen hat nächsten Rekord im Visier

Gleich bei ihrem Saisondebüt möchte Konstanze Klosterhalfen in Karlsruhe die Norm für die WM in London (Großbritannien) abhaken. Sie steht bei 15:22,00, die 5.000-Meter-Bestzeit der 20-Jährigen vom TSV Bayer 04 Leverkusen bei 15:16,98, Minuten. Hauptstrecke sollen in diesem Sommer aber noch die 1.500 Meter bleiben. Ein erster Angriff auf die hier für eine WM-Nominierung notwendigen 4:07,50 Minuten erfolgt am 8. Juni beim Diamond League-Meeting in Rom (Italien).

Bei den U23-Europameisterschaften im Juli in Bydgoszcz (Polen) strebt Konstanze Klosterhalfen eine Medaille an. Dieses Ziel und die angestrebte WM-Teilnahme sieht die Olympia-Halbfinalistin keineswegs als Bürde. „Man läuft nicht für andere. Druck versuche ich auszublenden, ich laufe aus Leidenschaft“, sagt die praktizierende Katholikin, die in ihrer Heimatgemeinde Messdienerin ist und dort auch eine Laufgruppe mit Flüchtlingen geleitet hat.

Modelkarriere einstweilen zurückgestellt

Konstanze Klosterhalfen hat viele Gesichter - und anscheinend auch genug Energie für alle. Sie hat Klavier und Querflöte gespielt, außerdem Tennis und Handball, im Ballet getanzt und an Geräten geturnt. Außerdem war sie Model auf der Fashion Week in Berlin – ein Faible, das zurückgestellt wurde, um zu laufen. So schnell es geht, so weit nach vorn wie möglich. Von einer Bestzeit zur nächsten. Mit der Dynamik, mit der sie ihre Karriere als Leistungssportlerin vorantreibt, forciert die 1,74 Meter große und 50 Kilogramm leichte Läuferin aus Königswinter-Bockeroth auch ihr Sportjournalismus-Studium an der Deutschen Sporthochschule Köln.

Schon mit fünf Jahren begann Konstanze Klosterhalfen mit der Leichtathletik. Mit elf Jahren erfolgte die Spezialisierung aufs Laufen. Aus den anfänglich zwei Trainingseinheiten pro Woche sind inzwischen neun geworden, der Kilometerumfang ist auf durchschnittlich 90 gestiegen. Atemberaubend schnell ist sie in die europäische Spitzenklasse gestürmt. Das 1.500-Meter-Silber bei der Hallen-EM in 4:04,45 Minuten – ihr bislang größter Coup.

Facettenreiches Training

Doch Konstanze Klosterhalfen ist alles andere als eine stupide Kilometerfresserin und Tempobolzerin. „Sie ist sehr diszipliniert und ordnet dem Sport alles unter“, charakterisiert ihr Trainer Sebastian Weiß. „Sie hat lange Beine mit Hebelverhältnissen, wie dies sonst eher bei Afrikanerinnen der Fall ist“, analysiert der Sportwissenschaftler während der Dreharbeiten für ein Opens external link in new windowVideoporträt. Für leichtathletik.de wurde mit der Kamera dokumentiert, wie vielseitig und facettenreich Konstanze Klosterhalfens Training ist.

So schließen sich an einen Zehn-Kilometer-Dauerlauf im 3:50er-Schnitt zunächst Gymnastik und Steigerungsläufe an. Und dann gehts in den Kraftraum. Ob Bankdrücken oder Schlusssprünge über kniehohe Hürden, Übungen mit der Langhantel, leichten Gewichten oder dem Medizinball – das Spektrum ist breitgefächert und dient unter anderem der Stärkung von Oberschenkelmuskulatur und Fußgelenken.

Verletzungsprophylaxe durch Yoga

Unerwartetes Trainingsmittel: Yoga. Es dient der Leistungssteigerung in körperlicher, aber auch mentaler Hinsicht und zur Prävention von Verletzungen. Durch die passive Dehnung von Muskeln, Sehnen und Bändern findet nicht nur eine Entspannung auf physischer, sondern auch auf psychischer Ebene statt. Alle Muskeln im Bereich von Hüfte, Schultern, Rumpf und Rücken werden mit trainiert. Verspannungen werden gelöst, Stress bewältigt.

Die sehenswerten Bilder des Videos beinhalten auch einen Rückblick auf das phänomenale 1.500-Meter-Solo bei der diesjährigen Hallen-DM, sind aber hauptsächlich rund um das Stadion in Leverkusen-Manfort entstanden, das am dritten Juni-Wochenende Schauplatz der Deutschen U23-Meisterschaften ist. Klar, dass Konstanze Klosterhalfen auf Plakaten und Programmheften abgebildet ist. Selbst starten wird sie bei ihrem Heimspiel in der 3 mal 800-Meter-Staffel.

Karlsruher Laufnacht top besetzt

Bei der zweiten Auflage der „Langen Laufnacht“ am Freitag in Karlsruhe versprechen auch die 800-Meter-Läufe Spannung. Sarah Schmidt (TSV Bayer 04 Leverkusen) hat die Norm für die U23-EM (2:03,50 min) im Visier. Mit Carolin Walter, Lena Klaassen, Rebekka Ackers, Laura Vierbaum, Hannah Schäfer und Berit Scheid sind weitere starke TSV-Mittelstrecklerinnen am Start.

Im 800-Meter-Lauf der Männer startet Robin Schembera (TSV Bayer 04 Leverkusen) erstmals in dieser Saison auf seiner Erfolgsstrecke. Über 1.500 Meter treten Rainer Gardeweg und Björn Juschka an, über 5.000 Meter die Junioren Fabian Bock und Simon Bong.

               

               

Von: Harald Koken

Relevante Athleten

Lena Klaassen

Disziplin: Mittelstrecke
Trainer:
Bestleistung: 400 Meter: 58,56 sec (2007)
800 Meter: 2:05,27 min (2015)
800 Meter (Halle): 2:07,27 min (2015)
1.500 Meter: 4:18,83 min (2014)
1.500 Meter (Halle): 4:22,29 (2017)
2.000 Meter Hindernis: 6:58,22 min (2010)
3.000 Meter: 9:44,94 min (2015)
5 Kilometer: 17:30 min (2010)
Zum Profil von Lena Klaassen

Konstanze Klosterhalfen

Disziplin: Mittelstrecke
Trainer:
Bestleistung: 800m: 1:59,65 Minuten (2017)
800m (Halle): 2:03,37 Minuten (2016)
1.500m: 3:58,92 Minuten (2017)
1.500m (Halle): 4:04,00 Minuten (2018)
3.000m: 8:29,89 Minuten (2017)
3.000m (Halle): 8:36,01 Minuten (2018)
5.000m: 14:51,38 Minuten (2017)
10 Kilometer: 32:24,00 Minuten (2016)
Zum Profil von Konstanze Klosterhalfen

Berit Scheid

Disziplin: Mittelstrecke
Trainer:
Bestleistung: Freiluft: 800m: 2:11,38 min (2016)
1500m: 4:36,63 min (2016)
1500m Hindernis: 5:10,40 min (2016)
Halle: 800m: 2:13,61 min (2017)
1500m: 4:37,75 min (2017)
Zum Profil von Berit Scheid

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