Die Historie der Leichtathletik beim TSV Bayer 04 Leverkusen
Ein Anfang mit Weitblick (1904-1926)
Die Geschichte des TSV Bayer 04 Leverkusen beginnt im Jahr 1904 als Turn- und Spielverein der Farbenfabriken vorm. Friedrich Bayer & Co. Schon früh entwickelte sich aus dem Betriebssport eine leistungsorientierte Vereinsstruktur mit wachsender Bedeutung über die Werkstore hinaus.
Mit der Gründung der Leichtathletik-Abteilung im Jahr 1926 wurde der Grundstein für eine Erfolgsgeschichte gelegt, die den Verein national und international prägen sollte. Ein Jahr später, am 12. Juni 1927, wurde das Manforter Stadion eingeweiht. Ein Ort, der über Jahrzehnte hinweg Schauplatz sportlicher Höhepunkte werden sollte.
Erste nationale Aufmerksamkeit (1927–1945)
Bereits in den Anfangsjahren machten Leverkusener Athleten auf sich aufmerksam. 1929 gelang erstmals ein Podestplatz bei überregionalen Meisterschaften.
1939 qualifizierten sich erstmals zwei Leichtathleten des Vereins für die Deutschen Meisterschaften. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen dieser Zeit legten diese frühen Erfolge den Grundstein für den späteren sportlichen Aufstieg.
Der Durchbruch auf internationaler Bühne (1950er–1960er Jahre)
In den 1950er- und 1960er-Jahren entwickelte sich die Leichtathletik des TSV Bayer 04 Leverkusen zu einer festen Größe im internationalen Spitzensport.
Armin Hary sorgte 1958 für weltweite Aufmerksamkeit, als er bei den Europameisterschaften in Stockholm Gold über 100 Meter sowie mit der Staffel gewann. Seine Erfolge markierten den Beginn einer außergewöhnlichen Erfolgsserie.
Der nächste große Meilenstein folgte 1964 bei den Olympischen Spielen in Tokio: Willi Holdorf gewann im Zehnkampf die Goldmedaille. Der erste Olympiasieg eines Leverkusener Leichtathleten. Seine Rückkehr wurde in der Stadt wie ein historisches Ereignis gefeiert.
Weltrekorde und sportliche Maßstäbe
Die 1960er-Jahre zählen zu den erfolgreichsten Phasen der Vereinsgeschichte:
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1967 stellte Liesel Westermann im Diskuswurf einen Weltrekord auf
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Ebenfalls 1967 erzielte Kurt Bendlin einen Weltrekord im Zehnkampf
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Zahlreiche Medaillen bei Europa- und Weltmeisterschaften folgten
Der TSV Bayer 04 Leverkusen etablierte sich endgültig als eines der führenden Leichtathletik-Zentren Deutschlands.
Kontinuität im Spitzensport (1970er–2000er Jahre)
Auch in den folgenden Jahrzehnten blieb Leverkusen eine feste Größe im internationalen Wettbewerb. Durch strukturelle Weiterentwicklungen und die Bündelung sportlicher Kompetenzen entstand ein leistungsstarkes Umfeld, das zahlreiche Top-Athlet*innen hervorbrachte.
Namen wie Heide Rosendahl, Ulrike Meyfarth, Ellen Wessinghage, Heike Henkel, Dieter Baumann oder Charles Friedek stehen für Olympiasiege, Weltmeistertitel und internationale Medaillen. Sie prägten das Bild des Vereins weit über die Landesgrenzen hinaus und machten Leverkusen zu einer der renommiertesten Adressen der deutschen Leichtathletik.
Leichtathletik in der Gegenwart
Bis heute steht die Leichtathletik beim TSV Bayer 04 Leverkusen für Spitzenleistungen, nachhaltige Nachwuchsarbeit und sportliche Professionalität. Athlet*innen des Vereins sind regelmäßig bei Deutschen Meisterschaften, Europa- und Weltmeisterschaften sowie Olympischen Spielen vertreten. Die großen Namen des 21. Jahrhunderts sind Steffi Nerius, Jennifer Oeser, Katharina Molitor, Mateusz Przybylko oder Konstanze Klosterhalfen.
Gleichzeitig legt der Verein großen Wert auf die Förderung junger Talente und den langfristigen Aufbau leistungsfähiger Trainingsstrukturen. Diese Kombination aus Tradition und Innovation sorgt dafür, dass Leverkusen auch im 21. Jahrhundert zu den führenden Leichtathletik-Standorten in Deutschland zählt.
Tradition, die verpflichtet
Die Geschichte der Leichtathletik beim TSV Bayer 04 Leverkusen ist mehr als eine Sammlung von Rekorden und Medaillen. Sie erzählt von Menschen, Visionen und dem kontinuierlichen Anspruch, sportliche Maßstäbe zu setzen, damals wie heute.