von Mareike Brischke

DM Tag eins: Konstanze Klosterhalfen pulverisiert nächsten Rekord

Am ersten Tag der nationalen Titelkämpfe in Berlin war es wieder einmal Konstanze Klosterhalfen, die für Furore und Standing Ovations sorgte. Im Alleingang lief die 22-Jährige die 5.000 Meter in 14:26,76 Minuten und verbesserte den 20 Jahre alten deutschen Rekord um rund 15 Sekunden.


Wo sie auch antritt, sie liefert einen Husarenritt nach dem anderen. Im Berliner Olympiastadion stellte „Koko“ Klosterhalfen von Beginn des Rennens an klar, wo ihre 5.000 Meter lange Reise am Samstagabend hingehen sollte: zum nächsten deutschen Rekord. Ab dem ersten Schritt setzte sie sich deutlich vom Rest des Feldes ab, baute ihren Vorsprung im Verlauf der zwölfeinhalb Runden immer weiter aus und überrundete zahlreiche Läuferinnen. Ihre bis dato gültige Bestzeit verbesserte die in den USA lebende Athletin um 25 Sekunden und unterbot die Norm (15:22,00 Minuten) für die Weltmeisterschaften in Doha (Katar) um fast eine Minute.

„Mein Coach und ich haben im Vorfeld der Deutschen Meisterschaften schon über den Rekord gesprochen. Die Zwischenzeiten, die mir zugerufen wurden, habe ich nicht wirklich gehört, weil die Stimmung hier grandios ist. Also bin ich einfach gerannt und freue mich jetzt sehr über den Rekord“, erklärte die neue Deutsche Meisterin nach ihrem neuerlichen Wunderlauf.

Für eine Überraschung zu Beginn des ersten Meisterschaftstages sorgte Stabhochspringerin Ria Möllers. Mit 4,31 Meter flog sie sechs Zentimeter höher als jemals zuvor und freute sich über Rang vier. Katharina Bauer, zuletzt geplagt von einer hartnäckigen Rückenverletzung, belegte mit 4,11 Meter Platz sechs.

Einen tollen Wettkampf präsentierte auch Kugelstoßer Jan Josef Jeuschede. Er bewahrte bis zum Schluss die Nerven und wuchtete die 7,257 Kilogramm schwere Kugel im sechsten und damit abschließenden Versuch auf 19,74 Meter. Damit blieb er nur zwölf Zentimeter unter seinem persönlichen Rekord und wurde in Berlin mit Rang vier belohnt.

Dass Siebenkämpferinnen durchaus bei den Spezialistinnen mithalten können, bewiesen Mareike Arndt und Anna Maiwald. Beide Athletinnen qualifizierten sich nach souveränen Vorläufen in 13,55 Sekunden bzw. 13,44 Sekunden für das Finale. Dort wurde Mareike Arndt in 13,55 Sekunden Vierte. Für Anna Maiwald gingen 13,59 Sekunden und Platz sechs in die Ergebnisliste ein.

Ähnlich gute Nervenstärke wie Jan Josef Jeuschede bewies Marcel Kirstges im Weitsprung. Auch er flog im letzten Durchgang am weitesten und kam mit 7,54 Meter auf Platz vier. Der Neu-Leverkusener Matthis Leon Wilhelm wurde mit 7,19 Meter Zehnter.

Über 100 Meter zeigte Yasmin Kwadwo zwei Läufe auf einem ähnlich guten Niveau. In 11,39 Sekunden buchte sich die 28-Jährige einen Platz im Finale. Dort ließ sie die Uhr nach 11,42 Sekunden stoppen und wurde Fünfte.   

Um Mehr als zwei Meter verbesserte Speerwerferin Charlotte Wissing ihren alten Hausrekord. Ihr Arbeitsgerät flog im dritten Durchgang auf 51,92 Meter - so weit wie noch nie in ihrer jungen Karriere. In der Endabrechnung bedeutete ihre Weite Platz sechs.

Tom Brack sorgte im Hammerwurf für eine weitere Leverkusener Platzierung unter den Top-Acht. Sein bester Versuch in Durchgang drei wurde mit 61,70 Meter gemessen - Platz sechs.

Pech hatte Hürdensprinter René Mählmann im 110-Meter-Hürdenfinale. Lag er bei Hürde sieben noch gut im Rennen um die vorderen Plätze, knickte er kurz danach um und musste sich mit 14,22 Sekunden und Platz sechs zufrieden geben. Im Vorlauf stellte er mit 14,14 Sekunden eine neue Saisonbestleistung auf. Der U20-EM-Halbfinalist Tim Eikermann präsentierte sich bei seinem ersten Auftritt bei den „Großen“ gut und belegte im Finale in 14,22 Sekunden Rang sieben. Auch er war im Vorlauf mit 14,20 Sekunden sogar noch etwas schneller als im Endlauf unterwegs.

Ordentliche Auftritte zeigten auch Hochspringerin Carolin Gottschalk und Dreispringerin Imke Daalmann. Carolin Gottschalk flog über 1,75 Meter und musste sich erst bei ihrer persönlichen Bestleistung (1,80 Meter) geschlagen geben. Am Ende wurde sie Achte. Imke Daalmann sorgte mit 12,16 Meter und Rang elf für eine weitere Platzierung unter den besten zwölf.

Erwartungsgemäß für das Finale am Sonntag qualifizierte sich 400-Meter-Spezialist Tobias Lange. Er gewann seinen Vorlauf souverän in 46,74 Sekunden und buchte sich als insgesamt Zweitschnellster ein Ticket für den Endlauf. Auch Sylvia Schulz darf am Sonntag über 400 Meter Hürden noch einmal die Spikes schnüren. Sie wurde in ihrem Vorlauf in 59,07 Sekunden Dritte und war damit eine der schnellsten acht Läuferinnen, die in die finale Runde einziehen. Im Finale der 800 Meter der Frauen werden die Leverkusener Vereinsfarben von zwei Athletinnen vertreten. Rebekka Ackers brauchte für die zwei Stadionrunden 2:07,24 Minuten, Tabea Marie Kempe war nach 2:08,53 Minuten im Ziel.   


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