Franziska Schuster stürmt mit Meisterschaftsrekord zu DM-Gold
Am DM-Samstag überragte die 24-jährige Hürdensprinterin Drei weitere Medaillen rundeten den ersten Tag ab.
Mit drei Einzelmedaillen sowie Silber durch die weibliche U20-Staffel blickt der TSV auf einen erfolgreichen ersten Wettkampftag der Deutschen Meisterschaften vor der beeindruckenden Kulisse des ausverkauften Lohrheidestadions in Bochum-Wattenscheid zurück.
Franziska Schuster sprintet zum Deutschen Meistertitel
Über die 100 Meter Hürden der Frauen war bereits im Vorfeld ein hochklassiges Finale erwartet worden. Mehrere Athletinnen hatten in dieser Saison sowohl die 13-Sekunden-Marke als auch die EM-Bestätigungsnorm von 12,95sek unterboten.
Zu diesem Kreis gehörte auch Franziska Schuster. Die 24-Jährige qualifizierte sich zunächst in eingestellter Bestzeit von 12,92sek als Zweitschnellste der Halbfinals für das Finale. Dort gelang ihr der bislang größte Erfolg ihrer Karriere: In herausragenden 12,69sek sicherte sich die Athletin von Frank Bartschat den Deutschen Meistertitel, verbesserte ihre persönliche Bestleistung um mehr als zwei Zehntelsekunden und stellte den Meisterschaftsrekord von Pamela Dutkiewicz aus dem Jahr 2018 ein. Gleichzeitig blieb Franzi erstmals unter der Direktnorm für die Europameisterschaften in Birmingham (12,88sek) und schob sich damit in die europäische Spitze.
Die frischgebackene Deutsche Meisterin zeigte sich anschließend im DLV-Interview überwältigt: „Ich zittere immer noch. Über eine 12,80er-Zeit hätte ich mich gefreut, aber damit hätte ich nie gerechnet. Ohne die Mädels wäre das nicht möglich gewesen. Wir wussten, dass wir den deutschen Hürdensprint wieder nach vorne bringen können. Ich hätte aber nicht gedacht, dass ich diejenige bin, die vorangeht.“
Für Vereinskollegin Marlene Meier verlief das Finale weniger glücklich. Die Deutsche Hallenmeisterin, die die Direktnorm für Birmingham bereits im Vorfeld erfüllt hatte, belegte in 12,95sek Rang fünf und blieb ebenfalls als eine von fünf Athletinnen ebenfalls unter der prestigeträchtigen 13-Sekunden-Marke.
Bronze für Stefan Volzer – emotionaler Abschied von Tim Eikermann
Auch über die 110 Meter Hürden der Männer durfte der TSV jubeln. Stefan Volzer, der nach Hallen-DM-Silber auch im Freien um das Edelmetall kämpfen wollte, gewann nach seinem Halbfinalsieg in 13,97sek die Bronzemedaille. Im Finale steigerte er seine Saisonbestzeit auf 13,80sek und sorgte damit für die zweite Einzelmedaille des Hürdenteams.
Entsprechend zufrieden fiel sein Fazit aus: „Eine PB wäre natürlich top gewesen, aber es war ein super Saisonabschluss. Es war ein gutes Rennen und hat gezeigt, dass noch deutlich mehr geht. Ich bin super happy mit der Saison und bin auch verletzungsfrei durchgekommen, das ist das Wichtigste. Jetzt schreibe ich erstmal meine Masterarbeit und dann geht es im September/Oktober wieder in die Vorbereitung für die Hallensaison.“
Emotional wurde es zudem für Tim Eikermann. Nach acht Jahren im TSV-Trikot bestritt er bei den Deutschen Meisterschaften den letzten Wettkampf seiner Karriere (wir berichteten über Tims Karriereende). Nach dem großen Q im Halbfinale (14,13sek) belegte er im Finale in 14,12sek Rang fünf. Im Anschluss gab er bekannt, der Leichtathletik künftig „in anderer Funktion“ erhalten zu bleiben.
Ruth Hildebrand springt zu Bronze – Marike Steinacker muss aufgeben
Für die dritte Einzelmedaille des TSV sorgte Ruth Hildebrand im Dreisprung. Die 21-Jährige egalisierte mit 13,92m ihre persönliche Bestleistung und gewann hinter Kira Wittmann und Caroline Joyeux ihre erste Medaille bei Deutschen Meisterschaften der Aktiven. Mit ihrer konstant starken Saison bestätigte sie erneut ihre nationale Klasse und darf nun nach mehrfachem Übertreffen der EM-Bestätigungsnorm sowie einer aussichtsreichen Platzierung im European Ranking mit der Teilnahme an den Europameisterschaften in Birmingham planen.
Nicht nach Wunsch verlief dagegen der Wettkampf für Marike Steinacker. Die Titelverteidigerin im Diskuswurf musste den Wettbewerb nach zwei Versuchen verletzungsbedingt beenden. Mit 57,78m belegte sie Rang fünf und konnte nicht mehr in den Kampf um die Medaillen eingreifen.
Silber für die weibliche U20-Staffel über die 4x400 Meter
Auch der TSV-Nachwuchs überzeugte am ersten Wettkampftag. In der eingebetteten 4x400-Meter-Staffel der weiblichen U20 liefen Anni Pfeiffer, Isabella Brauc, Lene Pfeiffer und Schlussläuferin Janette Busch in 3:46,86 Min zur Silbermedaille.
Nur hauchdünn am Podium vorbei lief die männliche U20-Staffel. Berkay Keserci, Florian Bausdorf, Allen Cole und Max Litzkow belegten in starken 3:19,05 Min Rang vier. Auf die Bronzemedaille fehlte am Ende lediglich eine Hundertstelsekunde.
Weitere Top-8-Platzierungen
Max Nores, 6. Platz, 5.000 Meter der Männer (14:14,92 Min)
Jona Bodirsky, 7. Platz, 5.000 Meter der Männer (14:17,10 Min)
Lotte Meyberg, 4. Platz, 5.000 Meter der Frauen (15:40,01 Min, PB)
Michelle Wilms, 5. Platz, Hammerwurf der Frauen (64,60m)
Sophie Ullrich: 8. Platz, Dreisprung der Frauen (12,94m)