Internationaler Austausch zum Thema Duale Karriere
In der vergangenen Woche durfte der TSV Bayer 04 Leverkusen Vertreter*innen von Sportorganisationen aus Belgien, Spanien und Bulgarien in Leverkusen begrüßen.
In der vergangenen Woche durfte der TSV Bayer 04 Leverkusen Vertreter*innen von Sportorganisationen aus Belgien, Spanien und Bulgarien in Leverkusen begrüßen. Im Mittelpunkt des zweitägigen Treffens stand das Thema „Dual Career“: die erfolgreiche Vereinbarkeit von Leistungssport, Schule bzw. Studium, Beruf und Privatleben.
Die Anforderungen an moderne Athlet*innen gehen heute weit über den sportlichen Erfolg hinaus. Neben Training und Wettkampf müssen häufig auch Ausbildung, Studium, Beruf sowie die persönliche Entwicklung miteinander in Einklang gebracht werden. Genau hier setzt das europäische Erasmus+-Projekt INSTRUCT an, dessen Partner sich in Leverkusen zum gemeinsamen Austausch trafen.
Ziel des Projekts ist es, die Digitalisierung von Sportorganisationen voranzutreiben und Vereine dabei zu unterstützen, ihre Athlet*innen ganzheitlich auf ihrem Weg zu begleiten. Hierfür wird eine innovative digitale Lösung entwickelt, die alle relevanten Akteure im Umfeld eines Athleten miteinander vernetzt. Durch die strukturierte Erfassung und Analyse wichtiger Informationen sollen individuelle Stärken und Entwicklungspotenziale frühzeitig erkannt und passende Unterstützungsmaßnahmen abgeleitet werden.
Im Mittelpunkt steht dabei ein umfassender Ansatz: Athlet*innen werden nicht nur hinsichtlich ihrer sportlichen Leistung betrachtet, sondern in allen relevanten Lebensbereichen unterstützt. Gemeinsam diskutierten die Projektpartner in Leverkusen darüber, wie Sportorganisationen junge Talente auf diesem anspruchsvollen Weg bestmöglich begleiten können.
Gemeinsam mit den Projektpartnern SantCugatCreix (Spanien), Club Natació Banyoles (Spanien), ÁreaQ (Spanien), Levski Sofia (Bulgarien) und der Vrije Universität Brussel (Belgien) wird die Duale Karriere dabei in acht zentralen Dimensionen betrachtet:
- Bildung (Academic): Schul- und Studienleistungen, Anwesenheit sowie Rückmeldungen von Lehrkräften und Tutoren.
- Sportpsychologie: Selbstkontrolle, Visualisierungstechniken sowie Zeit- und Emotionsmanagement.
- Sportliche Leistung: Wettkampfentwicklung sowie Fortschritte in Bereichen wie Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Beweglichkeit.
- Beschäftigungsfähigkeit (Employability): Übertragung im Sport erworbener Kompetenzen auf den Arbeitsmarkt.
- Mentale Gesundheit: Umgang mit Leistungsdruck, Verletzungen und persönlichen Herausforderungen.
- Soziale Kompetenzen: Mündliche und schriftliche Kommunikation, Teamarbeit und kritisches Denken.
- Unsichtbares Training: Schlafqualität, Trainingsbereitschaft und Belastungssteuerung.
- Ernährung: Unterstützung von Leistungsfähigkeit, Gesundheit und kognitiven Fähigkeiten.
Für den TSV Bayer 04 Leverkusen spielt die ganzheitliche Entwicklung junger Sportler*innen seit Jahrzehnten eine zentrale Rolle. Neben der sportlichen Ausbildung stehen dabei die persönliche Entwicklung sowie die schulische und berufliche Perspektive im Fokus. Durch die enge Verbindung zu Bayer ergeben sich hierfür zahlreiche Möglichkeiten. Mit dem derzeit entstehenden Vollzeit-Internat wird künftig ein weiterer wichtiger Baustein für die Förderung des Nachwuchsleistungssports geschaffen.
Auf Seiten des TSV Bayer 04 Leverkusen wird das Projekt von Internatsleiterin Steffi Nerius sowie Anne Eich aus der Leichtathletik-Abteilung betreut.
Besonders wertvoll war die Einbindung aktiver und ehemaliger Athleten in den Austausch. So brachten unter anderem Tim Eikermann, der frühere Athlet Tom Ediger und Anne Böcker., die derzeit ihr FSJ in der Leichtathletikabteilung absolviert, ihre Erfahrungen und Perspektiven ein und gaben wichtige Impulse dazu, welche Inhalte und Funktionen in die geplante digitale Lösung integriert werden sollten.
Der internationale Austausch bietet dem TSV Bayer 04 Leverkusen wertvolle Einblicke in die unterschiedlichen Ansätze zur Förderung der Dualen Karriere in Europa. Gleichzeitig eröffnet er die Möglichkeit, voneinander zu lernen und erfolgreiche Konzepte zu übernehmen. Mit der Beteiligung der Universität Brüssel und insbesondere von Koen wird zudem eine starke wissenschaftliche Perspektive in das Projekt eingebracht, die wichtige Erkenntnisse für die weitere Entwicklung liefert.