von Georg Falter

WM in Doha: Bitteres Aus für Katharina Bauer

Die Teilnahme war schon ein Riesenerfolg: Kaum hatte am Freitag die WM in Doha begonnen, musste Stabhochspringerin Katharina Bauer die Wettkampfschuhe schon wieder ausziehen. In der Qualifikation erwies sich die Anfangshöhe von 4,20 Metern für die 29-Jährige vom TSV Bayer 04 Leverkusen diesmal als zu hoch.


Die Nominierung kam überraschend, die Saison war eigentlich schon beendet und die Spannung raus. Ehrensache, dass Katharina Bauer das Training noch einmal aufnahm, um in Doha an den Start zu gehen. Doch dort wollte die Latte schon bei der Anfangshöhe von 4,20 Metern nicht liegen bleiben. Im ersten Versuch wurde der Stab minimal zu spät abgesenkt. In Durchgang zwei touchierte sie die Latte mit dem Knie. „Schneller aufrollen“, riet Bundestrainer Andrei Tivontchik. Ein Tipp, der im unmittelbar danach anstehenden dritten und letzten Versuch nicht mehr umgesetzt werden konnte.

„Ich bin völlig ratlos. Ich hatte eigentlich ein gutes Gefühl. Das Einspringen war ganz locker“, erklärte Katharina Bauer nach dem Wettkampf. „Ich weiß auch nicht, woran es gelegen hat. Ich muss mich mit meinem Trainer besprechen, die Sprünge mal anschauen. Ich weiß noch gar nicht genau, was hier eigentlich passiert ist.“

Jetzt Olympia im Visier

Katharina Bauer durfte an der WM teilnehmen, obwohl sie die Norm von 4,56 Meter nicht erfüllt hatte. Ein Bandscheibenvorfall hatte die 29-Jährige in der Saisonvorbereitung erheblich gehandicapt. In diesem Sommer schaffte die Athletin von Leszek Klima lediglich 4,30 Meter. Allerdings wurde die gebürtige Wiesbadenerin wegen der im Februar bei den deutschen Hallenmeisterschaften überquerten 4,55 Meter vom Welt-Leichtathletik-Verband IAAF nach Doha eingeladen.

In die Geschichtsbücher wird Katharina Bauer als erste WM-Teilnehmerin mit einem subkutanen Defibrillator eingehen. Der handflächengroße und 28 Gramm schwere Lebensretter wurde der gebürtigen Wiesbadenerin im April 2018 eingesetzt. Sie litt seit der Kindheit an Extraherzschlägen. Der große Traum bleibt bestehen: Im kommenden möchte die Leverkusenerin in Tokio dabei sein: „Mein Ziel ist Olympia 2020. Wenn es jemand schafft, dann ich. Ich wäre dann die erste Stabhochspringerin mit Defi bei Olympia."


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